Familienaufstellungen

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1.12.2003


Wo beginne ich jetzt am Besten?

Vielleicht mit meinen bisherigen - in meiner ersten Aufstellung arbeitete ich mit der Familie meiner Mutter - bei meiner zweiten mit dem Tod meines Halbbruders - beide hatten eine jeweils eigene Qualität - und sie waren absolut nicht mit einander zu vergleichen.


Nach meiner ersten Aufstellung hatte ich ein angenehmes Gefühl von Erleichterung, es gab einige Dinge, die mir klar wurden - Erkenntnisse, warum manche Dinge nicht anders hatten laufen können, als sie es getan hatten. Und es war ein tolles Erlebnis, noch einmal eine Art Eheversprechen mit meinem jetzigen Mann ablegen zu können.

Ich habe "alte Schuld" denen zurückgegeben, denen sie gehört, habe mich befreit von der Last, die ich jahrzehntelang mit mir herum getragen hatte - und ich habe eine Erklärung dafür gefunden, warum ich nie "wirkliche mütterliche" Gefühle meiner Tochter gegenüber empfunden habe. Mir wurde bewusst, dass auch meine Mutter derartiges nicht erleben hatte dürfen - und es daher auch nicht an mich weiter geben hatte können.

Mein Mentor erklärte nach meiner Aufstellung einige wesentliche Grundlagen:

Wenn in einer Generation große Schuld begangen wurde, wird diese meist totgeschwiegen
In der nächsten Generation weiß keiner mehr, worüber geschwiegen werden muss, also wird über alles geschwiegen
und das zieht sich so lange durch die Generationen bis es jemand schafft, dem Einhalt zu gebieten.

Wenn jemand nie Eltern hatte, wird sie/er auch nie Eltern-sein-können


Meine zweite Aufstellung (vorgestern) brachte andere Erkenntnisse, und ich habe seither ein Gefühl, als ob ich "endlich angekommen" wäre - es hat sich meine Wahr-nehmung schlagartig verändert - und ich sehe mein Umwelt viel klarer und deutlicher - es passierte einfach über Nacht. Und ich stand gestern noch dreimal als Repräsentantin - und die Veränderung geht auch heute noch weiter. 

Ich ging mit einem überwältigenden Gefühl von Panik und Existenzangst in die Aufstellung - und ich habe mich in der Aufstellung von meinem verstorbenen Bruder emotional trennen und mich von ihm verabschieden können. Es war in dem Moment für mich so als ob ein Felsbrocken von mir abgefallen wäre - und ich habe die jahrzehntelang vergessenen Tränen endlich vergossen.

Hier hatte ich mehr Emotionen als bei meiner ersten Aufstellung
es wurde mir klar, dass ich seit dem Tod meines Bruders mich immer mehr zurückgezogen hatte
meinen Schmerz darüber - den ich mit niemanden teilen konnte, weil es ein Tabuthema war - unterdrückt hatte.

In der Aufstellung selbst gab mir der Aufstellungsleiter einen Satz vor, den ich der Repräsentantin meiner Tochter sagen sollte:
"Es tut mir leid, aber ich verlasse euch und gehe endlich zu ihm"
und ich wusste in dem Moment, dass dieser Satz mein Leben geprägt hatte,
bis vor ca. 2 Jahren, als ich beschlossen hatte, endlich zu leben
und dass er jetzt nicht mehr passt *strahl*.

Und es kam ein Mosaiksteinchen zum anderen - die Erkenntnisse, warum meine beiden Ehen gescheitert waren
warum ich nie eine liebe-volle Mutter war - warum ich nie wirklichen Spaß hatte:
ich hatte eine Mauer aufgebaut - einen Schutzwall, der alle Gefühle abprallen ließ, der nichts wirklich an mich heran ließ.

Und es wurde mir klar, dass ich vor ca. zwei Jahren - als ich beschloss, zu leben, begann, diese Mauer langsam einzureißen.
es war eine mühsame Arbeit - Steinchen für Steinchen abzutragen
und durch die Aufstellung war's jetzt, als ob ein Bulldozer den letzten Rest einfach eingerissen hätte,
naja, hätte ich das früher gewusst, hätt ich vielleicht schon viel früher mit dem Thema gearbeitet ;-)


Wann - wobei - wogegen helfen Familienaufstellungen?

Bei allen Problemen, welche sich seit Generationen immer wieder wiederholen:
zB: Totschweigen von Dingen
berufliche Probleme, welche seit Generationen *vererbt werden*

Schulden und Existenzängste resultieren sehr oft daraus, dass in Vorgenerationen eine begangene Schuld nicht gesühnt,
oder ein begangenes Unrecht nicht ausgeglichen wurde.

Probleme können auch daraus resultieren, dass die systemische Ordnung gestört ist,
zB. dass ein Kind die Rolle der Eltern übernimmt, zB. bei Scheidung oder Tod eines Elternteils.

Der dritte große Bereich (neben Ausgleich und Ordnung) ist die Bindung
die Bindung zu seinen Eltern, zu einer Familie, aber auch zu einer Firma.

Dies waren jetzt nur einige kleine Beispiele, aber ich hoffe, sie haben bereits einen kleinen Überblick gegeben


1. Dezember 2003

Ich sehe, ich hab schon ewig nichts mehr geschrieben - in der Zwischenzeit hatte ich bei meiner Einweihung zu Magnified Healing® erkannt, dass mit meinem Bruder *noch etwas offen* ist - und ich habe eine dritte Aufstellung gemacht - wieder zu diesem Thema - und es waren einerseits Schuldgefühle da - und andererseits Wut und Zorn, weil auch er mich im Stich gelassen hat - und ich habe es ihm gesagt - und es wurde Einiges besser.

Ich leite seit April 2003 selbst Aufstellungen - und es ist jedes Mal wieder interessant, wie sich die Dinge entwickeln - wie der Verlauf einer Aufstellung im Endeffekt ganz anders verläuft, als manchmal angenommen.

Und es gibt so viele unterschiedliche Aufstellungsleiter - es macht mir immer wieder viel Freude, neue kennen zu lernen, und mir einige Tipps und Tricks *abzukupfern*

Ich habe heuer - neben der normalen Ausbildung - an drei Wochenendseminaren von 2 unterschiedlichen Aufstellungsleitern teilgenommen - und viel davon profitiert. Zwischenzeitlich bin ich so weit, dass ich allein durch *in der Aufstellung stehen* meine Themen erkennen und auch gleich auflösen kann - und es fühlt sich alles so leicht an - mal sehen, ob es so bleibt :-)